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Dehler 372
Neu in Düsseldorf: Ein Segler für Segler Mit dieser Schlagzeile wurde die Dehler 372 beworben als sie anlässlich der Boot Düsseldorf im Januar 1984 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ein schnelles Reiseschiff auf dem sich bis zu sechs Personen zuhause fühlen sollen. Im Handauflegeverfahren nach den Richtlinien des Germanischen Lloyd hergestellt. Konstruktion: van de Stadt/Dehler. Die Daten zur Dehler 372 sehen wie folgt aus: Länge 11,30 m; Breite 3,45 m; Tiefgang 1,70 m Länge WL: 9,50 m; L/B: 3,28/1 Gewicht: 5,80 t; Ballast: 2,80 t Bau-Nr.: 184-055; Segel-Nr.: 69 Baujahr 1985; Erste Indienststellung 1985 Rumpffarbe Weiß; Decksfarbe sandfarben; Streifen rot Dieseltank 180 l; Frischwasser 200 l; Fäkalientank 28 l
Die Dehler 372 folgte der zur Interboot 1981 vorgestellten Dehler 37. Die Rumpfabmessungen und Gewichte sind für beide Typen gleich. Die Dehler 37 hatte ein anderes Deckslayout, dass sich im hinteren Aufbaubereich und im Cockpit unterscheidet. Dadurch erhält die 37er mehr Raum für die zweite Achterkajüte unter dem Cockpit. Das Rigg der Dehler 37 fällt deutlich kleiner aus und ist Topgetakelt. In der Yacht 17/82 wird die Dehler 37 im Vergleich zur Bavaria 1130 getestet. Die etwas sportlichere Bavaria konnte das Matchrace für sich entscheiden. Das war dann wohl einer der Gründe warum Dehler mit der 372 eine sportlichere Version der 37er auf den Markt brachte. Geplant und gebaut für die Tourensegelei - so lautete die Schlagzeile zum Yachttest der Dehler 37. Ziel war es ein reines Fahrtenschiff zu schaffen, dass ohne Einengung von Formeln sehr gute Segeleigenschaften aufweisen und ein Höchstmaß an Komfort bieten sollte.
Fazit: Die Dehler 372 hat mir viel Freude bereitet. Sie war ein sehr gut segelndes Boot mit viel Raum unter Deck und sehr guten Seegangs Eigenschaften. Letzteres verdankt sie der Tatsache, dass auch die Dehler 372 noch ein Vertreter der eher schlanken Segelboote war. Die größere Segelfläche gegenüber der 37er wirkte sich sehr positiv auf die Agilität des Bootes aus, ohne dass das Boot deswegen gleich rank wirkte. Es waren sehr hohe Reisegeschwindigkeiten möglich - ganz besonders mit einem Schrick in den Schoten. An der Kreuz war die Geschwindigkeit zwar gut, aber es fehlte etwas Höhe. Die außenliegenden Wanten ermöglichten keine engen Schotwinkel und die Selbstwendefock ist etwas klein. (Eine Selbstwendefock lässt sich eigentlich immer nur in einem kleinen Bereich von Windstärken und Windeinfallswinkeln gut nutzen.) Das 7/8 Rigg von Selden hatte leicht gefeilte Salinge, so dass Backstagen nicht zwingend erforderlich waren. Da der Mast bei mehr Wind, Seegang und gelegentlich geöffnetem Großsegel doch sehr stark zu pumpen anfing, entschloss ich mich mit Backstagen zu fahren. Damit war die unkontrollierte Mastbewegung gestoppt. Die Höchstgeschwindigkeit unter Motor ließ sich nicht gut nutzen, da der Gori Faltpropeller einen zu großen Durchmesser hatte. Der Freiraum zwischen Propellerflügel und Rumpf war damit zu klein. Bei größeren Drehzahlen wurden so starke Schwingungen in den Rumpf übertragen. Das Ruderblatt wurde von einem sehr dicken Aluminium Schaft gehalten. Das Laminat um diesen Schaft war allerdings zu dünn, so dass es im oberen Bereich Risse bekam. Einen weiteren Riss bekam der Rumpf im Bereich der Rumpf-Deckverbindung am vorderen Schott. Dieser Riss entstand wahrscheinlich aufgrund eines zu eng eingepassten Querschottes an der Übergangsstelle vom Rumpf zum Deck. Immerhin ist die Rumpf- Deckverbindung laminiert und nicht nur verschraubt. Diese Mängel sollen jetzt keinen falschen Eindruck von der Bauqualität entstehen lassen. Sie entstanden nach 15 Jahren.
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